Hunde zu verschenken….

Das Internet ist voll von Hunden, die einfach mal so verschenkt werden. Die Anzahl der Sucher ist noch höher, die Hunde „zu verschenken“ suchen. In jeglichen Anzeigenmärkten sind die Rubriken voll von solchen Inseraten.

Die Argumente klingen auf den ersten Blick recht logisch: „Tiere verkauft man nicht…„, „das Geld verwende ich lieber für Futter und Ausstattung“ bis hin „na der kostet doch schon für Futter und so Zeug genug Geld“. All das bekommt man zu hören und zu lesen, wenn man mit den Inserenten telefoniert oder sie anschreibt.

Ein Hund ist ein Lebewesen und nichts was man einfach verschenkt

Ein Hund ist ein Lebewesen und nichts was man einfach verschenkt

Klar, alles richtig – aaaaaber………..

Das erinnert mich an ein Telefonat vor vielen Jahren mit einer Berlinerin, die mir ihr Erlebnis mit einem gefunden Hund erzählte. Damals hatte ich noch so gut wie keine Erfahrung im Bereich Tierschutz. Wenn ich es noch richtig weiß, war das ca. 2002 oder 2003. Ich möchte zu diesem Thema heute einfach nur mal diese Geschichte wiedergeben, die ich noch im Kopf habe als ob das Telefonat gestern war:

Sie erzählte, dass ihr in Berlin im Hundeauslaufgebiet plötzlich ein Hund hinterherlief. Sie schaute überall ob da nicht wer ist, der eventuell seinen Hund suchte. Es was aber nichts und niemand zu sehen. Da sich ihr kleiner Hund mit dem vermeintlich verlorenen Hund gut verstand, nahm sie ihn erstmal mit nach Hause.

Laß mal schnuppern, wer Du bist....

Laß mal schnuppern, wer Du bist….

Dort rief sie Tierheime, Polizei, Ordnungsämter usw. an und informierte diese um zu hinterlassen wo der Hund sich aufhält falls sich der oder die Besitzer melden. Nichts passierte in den nächsten 3 Monaten. Die Leute vom Tierheim sagten ihr dann, sie solle den Hund entweder ins Tierheim bringen oder versuchen zu vermitteln.

Da ihr das Tier schon ziemlich ans Herz gewachsen war, wollte sie ihm das Tierheim ersparen und sagte zu, sich selbst um die Vermittlung zu kümmern. Behalten konnte sie ihn leider nicht auf Dauer, da eigentlich ihre Wohnung viel zu klein war für den, doch recht stattlichen Rüden.

Sie machte sich also dran Inserate zu schalten um für den vierbeinigen Buben eine neue Familie zu finden. Für sie war es klar, sie wollte kein Geld für ihn, sie wollte „nur“ ein ganz tolles Zuhause für ihn, weil er ein so lieber Kerl war.  Es war schnell zu vermuten, dass dies kein großes Problem sein dürfte, da das Telefon unmittelbar nach Schaltung der Inserate nicht mehr still stand. Selbst mitten in der Nacht bimmelte es.

Nicht so toll waren die Anrufer selbst. Sie sagte mir, da hätte wirklich ALLES angerufen. Vom Kind im Alter von 8 Jahren bis zu Typen, die betrunken ins Telefon gelallt hatten. Sie hatte am 3. Tag den Hörer neben das Telefon gelegt, da sie mit den Nerven runter war und sich das Zeug nicht mehr anhören konnte das ihr erzählt wurde. 3 Interessenten hatte sie eingeladen um den Hund kennenzulernen. 2 dieser Interessenten hatte sie gleich an der Haustüre abgefertigt als sie sah wie diese auf den Hund zugingen. Mit dem dritten Besucher wars dann auch eher nichts, da der Hund dort 10 Stunden am Tag alleine in der Wohnung hätte bleiben müssen.

Die Tierheimleiterin hatte einige Tage später angerufen um zu fragen was die Vermittlungsversuche machen. Als diese hörte was passiert war, lachte sie und meinte, so würde das nie was.

Nach dem Motto: „Was nichts kostet, ist nichts wert….“ Ja, leider ist das heute meistens so. Bei kostenlosen Dingen fackelt man nicht lange, man hat ja nichts zu verlieren. Anders, wenn es was kostet, man macht sich dann eher Gedanken ob man die Anschaffung tätigt oder nicht. Ja, es geht um ein Lebewesen, aber der Mensch bleibt dennoch derselbe. Und „Hunde zu verschenken“ suggeriert einfach etwas kostenloses……

Okay, dann das Ganze nochmal, nur ein wenig anders: das neue Inserat sah eine Schutzgebühr von damals 300 DM vor. Die Frau sagte mir, sie hätte wetten könne, da meldet sich kein Mensch. Die Wette hätte sie fast gewonnen, wenn nicht 2 Familen gewesen wären, die ein paar Tage später anriefen. Beide klangen sehr nett am Telefon und beide kamen um den Hund kennenzulernen.

Jeder Hund hat ein schönes und artgerechtes Leben verdient!

Jeder Hund hat ein schönes und artgerechtes Leben verdient!

Nun sah das Problem ganz anders aus – „wem gebe ich den Hund?“ Beide Familien waren super nett, konnten rundum alles anbieten, was sie sich für den Hund gewünscht hatte. Bei beiden Familien paßte einfach alles. Ergebnis war, dass der gefundene Hund einen Traumplatz fand und ein Hund aus dem Tierheim auch noch eine neue tolle Familie bekam.

ERGO: Nur wem ein Tier nichts bedeutet, verschenkt es einfach mal so – und wem ein Tier etwas bedeutet, der würde auch etwas dafür bezahlen! Also VORSICHT bei „Hunde zu verschenken“ oder „Hunde geschenkt gesucht“!

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Probleme mit dem Hund

Probleme mit dem Hund führen oft zur Abgabe

Immer häufiger führen Probleme mit dem Hund zu einer Abgabe des Tieres oder zu Stress im Umfeld. Letztendlich leidet unter der Situation der Hund ebenso wie der Halter.

Nelly selbst stammt aus einem Tierheim in NRW

Nelly selbst stammt aus einem Tierheim in NRW

Meist sind es nur Kleinigkeiten, die der Hund gegebenenfalls falsch verstanden, falsch verknüpft oder man ihm falsch erklärt hat. Oft haben winzige Unstimmigkeiten große Auswirkungen, die sich ohne Korrektur laufend verstärken und schnell werden aus winzigen Problemchen riesige Probleme mit dem Hund.

Häufig wissen sich die Halter irgendwann keinen Rat mehr, das Verhalten des Hundes setzt sich fest und der Halter ist ratlos. Hunde sind sehr sensibel, spüren den unterschwelligen Stress und die Aufregung und geraten ebenfalls leicht in Rage. Damit hat sich ein Fehlverhalten schnell zur Gewohnheit entwickelt.

 Was tun wenn es Probleme mit dem Hund gibt?

Die „einfachste“ und gleichzeitig für den Hund schlimmste Lösung ist eine Abgabe zum Beispiel ins Tierheim. Die Probleme mit dem Hund existieren zumeist weiter, da sich das unerwünschte Verhalten festgesetzt hat und damit wird er sehr schlechte Vermittlungschancen in ein neues Heim haben.

Eine andere Möglichkeit ist, die Probleme mit dem Hund mit diversen „hundeerfahrenen“ Bekannten zu besprechen und sich Tipps zu holen. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, denn man bemüht sich das Problem in den Griff zu bekommen. Eine Gefahr besteht jedoch bei dieser Variante, denn man probiert alle möglichen Tipps aus und verwirrt den Hund total. Denn „mal so und mal so“ versteht kein Hund der Welt. Aus diesem Grund scheitern diese Aktionen meistens.

Sinnvoll wäre es,  einen „guten“ Hundetrainer oder Hundetrainerin zu Rate zu ziehen um speziell für diesen Hund und für die existierenden Probleme einen Trainingsplan zu erstellen. Dabei ist es sicherlich nicht unbedingt sinnvoll ein Gruppentraining zu besuchen, dies könnte höchstens unterstützend helfen. Der Trainingsplan jedoch muss genau auf den Hund und auf sein unerwünschtes Verhalten zugeschnitten sein. Schwierigster Punkt hierbei ist es, eine wirklich „gute“ Hundeschule zu finden. Da der Beruf nicht geschützt ist, kann ihn Jeder ausüben. Erfahrungsgemäß sind die Leistungen der Trainer und Trainerinnen entsprechend äußerst unterschiedlich.

Die gezielte Arbeit mit dem Hund hat außerdem einen schönen Nebeneffekt, denn Schritt für Schritt zusammen mit dem Hund an dem Problem arbeiten, kleine und größere Erfolge erzielen macht Spaß und fördert das positive Miteinander ungemein. Man sollte von seinem Hund nicht erwarten, dass er alles in sekundenschnelle lernt, denn das kann er sicher nicht. Außerdem sollte man Bedenken, dass er vermutlich einige unerwünschte Dinge gelernt hat und wie lange dieses Verhalten schon fest in seinem Kopf verankert ist. Also, immer kleine Schritte, Zwischenziele und darauf aufbauen.

Oftmals hört man die Ausrede: Ich habe Probleme mit dem Hund aber „dazu hab ich keine Zeit“

Dieses Denken ist ganz sicher falsch, denn es geht meist nicht darum, dass man mehr Zeit benötigt, sondern dass der Umgang verändert wird um die Probleme mit dem Hund in den Griff zu bekommen. Fast alle Maßnahmen lassen sich während des Alltags und unterwegs bei den „normalen“ Spaziergängen erledigen.

Auch die Aussage „mein Hund kann mich eben nicht leiden“ ist nicht nachvollziehbar, denn ein Hund ist, wie viele Sprichwörter aussagen, der treueste Freund überhaupt. Ihm ist es egal ob sein Halter dick, dünn, alt, jung, gestylt oder frisch geduscht ist. Es ist oft wundersam, dass selbst Hunde, die von ihren Haltern geschlagen werden, immer wieder Schwanz wedelnd zu diesen gehen.

Nein, das Problem ist, dass Hunde oftmals durch Unwissenheit, Unachtsamkeit oder auch durch gewisse Einflüsse in der Umgebung Dinge anders verknüpfen als der Halter das wünscht. Wird in dieser Situation nicht konsequent und richtig korrigiert, setzt sich das Verhalten fest oder verstärkt sich durch unrichtiges Eingreifen oder unrichtige Korrektur.

Sammy aus Bulgarien bewacht am liebsten seine Couch ;-)

Sammy aus Bulgarien bewacht am liebsten seine Couch 😉

Fazit: Fast alle Probleme mit dem Hund lassen sich durch kompetentes gezieltes Training korrigieren.