Hund aus zweiter Hand

Warum ein Hund aus zweiter Hand?

Nachdem unser Wölfchen Sammy uns viel zu früh im Alter von ca. 11 Jahren, bedingt durch Krankheit und augenscheinliche Unfähigkeit zweier Tierärzte, verlassen musste, entstand ein riesiges Loch in der Familie.

DANKE dass Du bei uns warst, kleiner Wolf!

Wie der aufmerksame Blog-Leser weiß, ist meine alte Nelly nicht mehr so sehr mobil. Mit ihren rund 13 Jahren, ihren Wirbelsäulenproblemen und Arthrosen freuen wir uns über jeden schönen Tag an dem sie im Garten Mäuschen sucht, im See Fröschchen aufscheucht, schwimmen geht und kleine Spaziergänge genießt.

Nelly, die Kämpferin, die niemals hadert sondern noch immer lachen kann!

Lara hingegen läuft noch gerne am Fahrrad, spielt sehr gerne und ist eigentlich der Rudelhund schlechthin. Schnell musste ich feststellen, Lara ohne einen Spielpartner – das geht gar nicht!

Lara begrüßt den neuen Freund

Alle meine Hunde waren bisher ein sogenannter „Hund aus zweiter Hand“ – auch in dieser Situation kam für mich nur diese Variante in Frage und es sollte natürlich ein Hund sein, der begründet durch Größe, Rasse, Alter und/oder Verhalten keine guten Chancen auf eine Vermittlung hatte.

Auf der Suche nach dem Hund aus zweiter Hand

Da war er dann gefunden: nicht schwarz sondern weiß/silber, groß, knapp 6 Jahre alt, nicht so die Rasse, die Jeder sucht…..aber bereits auf den Fotos einfach zum Verlieben 🙂

Und da ist er nun, der Wolf – Tschechoslowakischer Wolfshund, seine Vergangenheit ist nicht so wirklich nachvollziehbar aber grundsätzlich ist das auch egal. Juri mit dem ehemaligen Namen Indian Yukon ist einfach ein toller Bursche mit liebenswerten Ecken und Kanten 😉

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Volltreffer – der perfekte Hund aus zweiter Hand

Aber warum scheint es manchmal so problematisch, den „richtigen“ Hund aus zweiter Hand zu finden? Leider hört und liest man so häufig, auch wir werden häufig auf der Pfoten-Hotline damit konfrontiert, dass der übernommene Hund nach wenigen Tagen oder Wochen wieder weg muss, weil er die Erwartungen nicht erfüllt.

Vermutlich sind genau diese Erwartungen das Problem. Wenn ich einen Hund aus zweiter Hand übernehme, dann habe ich persönlich genau eine Erwartung und die heißt: ich erwarte einen Hund aus zweiter Hand!

Die ersten Tage beobachte ich diesen Hund sehr genau und frage mich, was ich mir eventuell anders vorstelle im zukünftigen Zusammenleben. Diese Punkte sortiere ich für mich nach Wichtigkeit und beginne sie Schritt für Schritt abzuarbeiten. Schließlich kann der Hund, wenn er neu einzieht nicht wissen wie im neuen zu Hause diverse Tagesabläufe, Ritualien und Gepflogenheiten funktionieren. Ich sehe es als meine Aufgabe als Rudelführer an, ihn einzuweisen, ihm auf vertrauensvolle und liebenswürdige Art alles zu zeigen. Bereits dieser Vorgang schafft Vertrauen und zeigt dem Hund aus zweiter Hand, wir lösen hier alles auf die ruhige und liebevolle Art.

Vielleicht sollte oftmals an diesem Punkt ein Umdenken stattfinden? Die Erwartungen an den Hund nach unten schrauben und die Erwartungen in sich selbst nach oben schrauben in Bezug auf liebevolle Einweisung und durchdachten Empfang des neuen Familienmitglieds?

Sie haben Fragen zum Thema „Hund aus zweiter Hand? Wir beraten Sie gerne!

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Hund kaufen – was kostet eigentlich ein Hund?

Sie möchten einen Hund kaufen – mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Die Frage wird sehr häufig gestellt und ich bin grundsätzlich froh, dass sich manche Menschen diese Frage stellen bevor sie sich einen Hund kaufen.

Grundsätzlich ist die Frage schwer zu beantworten, denn die Rechnung enthält bekannte und unbekannte Größen.

Hund kaufen – denken Sie auch an die Kosten für ein langes glückliches Zusammenleben

Einen Teil der Kosten können Sie fest planen wenn Sie einen Hund kaufen

So können die Futterkosten je nach Größe des Hundes relativ genau berechnet werden. Die Tierversicherung kann ebenfalls sehr genau beziffert werden schon bevor Sie sich einen Hund kaufen.

Ebenso können Sie nach erfolgter Recherche die Kosten für die Hundehaftpflicht genau bestimmen. In einigen Bundesländern ist sie bereits Pflicht und muss bei der Anmeldung des Tieres vorgelegt werden. Beachten sollten Sie, dass diverse Versicherungsunternehmen sogenannte „Listenhunde“ entweder nicht versichern oder erhöhte Prämiensätze veranschlagen. Nicht immer ist dabei die Rasseliste des Bundeslandes maßgeblich in dem das Tier lebt, sondern ggf. der Sitz des Versicherers. Dies sollte im Vorfeld bereits abgefragt werden bevor Sie sich den Hund kaufen, denn die Unterschiede sind nicht immer unerheblich. Nutzen Sie um Geld zu sparen am besten einen Versicherungsvergleich um sich eine Übersicht über Preise und Leistungen zu verschaffen.

Die Hundesteuer kann von Stadt zu Gemeinde und ggf. nach Rasse relativ stark abweichen, denn jede Stadt bzw. Gemeinde legt den Steuersatz selbst fest. Sehr häufig werden sogenannte Listenhunde mit einer höheren Steuer belegt, genannt „Kampfhundesteuer“. Die jeweilige Höhe der Steuer können Sie beim zuständigen Bürgeramt erfragen bevor Sie sich einen Hund kaufen bzw. sich für eine bestimmte Rasse entscheiden.

Gegebenenfalls benötigen Sie zur Haltung von Hunden diverser Rassen diverse Zulassungen, wie z.B. Sachkundeprüfung, Wesenstest mit dem Hund ab einem gewissen Alter. Diese Dinge kosten natürlich auch Geld. Da diese Vorschriften von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind und von Gemeinde zu Gemeinde außerdem variieren kann, erkundigen Sie sich bevor Sie einen Hund kaufen am besten beim örtlich zuständigen Ordnungsamt.

Hund kaufen ohne später an der letzten Ecke zu knabbern..

Denken Sie bitte auch an die nicht planbaren Kosten, die auf Sie zukommen können, wenn Sie einen Hund kaufen

Die große Unbekannte stellen vor allem Kosten für Tierarzt, Tierheilpraktiker und ähnliche Dinge dar. Bedenken Sie bitte, ein Hund ist ein Lebewesen, genau wie wir Menschen, das sich verletzen kann, das krank werden kann.

Medizinisch und alternativ-heilkundlich kann man heute für ein Tier ähnlich viel machen, wie für Menschen. Epilepsie, HD, Arthrose, Bandscheibenvorfall, Herzkrankheiten, Diabetes sind zum Glück längst keine Gründe mehr einen Hund einzuschläfern wie noch vor 20 oder 30 Jahren.

Wenn Sie sich einen Hund kaufen, sollten Sie sich jedoch darüber im klaren sein, dass solche Behandlungen sehr viel Geld kosten können. Relativ einfache Operationen können bereits einige hundert Euro kosten, ein Knochenbruch je nachdem wie kompliziert er ausfällt bei mehr als 1000 Euro liegen. Eine umfangreiche Herzuntersuchung kann mehr als 500 Euro verschlingen…um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Auch der kräftigste Bär kann mal krank werden – denken Sie daran wenn Sie einen Hund kaufen

Leider werden in letzter Zeit immer mehr Fälle an uns herangetragen, in denen Hunde abgegeben werden, weil sie krank sind und der/die Halter sich die Kosten nicht leisten können. Was dies psychisch für die Tiere bedeutet, möchte in an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass Sie Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen, wenn Sie einen Hund kaufen.

Seit ein paar Jahren besteht für diese Fälle die Möglichkeit vorzusorgen, bitte ziehen Sie eine solche Variante im Zweifelsfall in Erwägung. So können Sie sich und Ihren Hund mittels einer Hundekrankenversicherung vor unvorhergesehenen hohen Kosten schützen. Vergleichen Sie die Möglichkeiten und Varianten, denn kein Lebewesen ist vor Krankheiten und/oder Unfällen zu 100% sicher.

Denken Sie daran, Ihr Hund vertraut Ihnen und schenkt Ihnen sein ganzes Leben!

 

Hunde zu verschenken….

Das Internet ist voll von Hunden, die einfach mal so verschenkt werden. Die Anzahl der Sucher ist noch höher, die Hunde „zu verschenken“ suchen. In jeglichen Anzeigenmärkten sind die Rubriken voll von solchen Inseraten.

Die Argumente klingen auf den ersten Blick recht logisch: „Tiere verkauft man nicht…„, „das Geld verwende ich lieber für Futter und Ausstattung“ bis hin „na der kostet doch schon für Futter und so Zeug genug Geld“. All das bekommt man zu hören und zu lesen, wenn man mit den Inserenten telefoniert oder sie anschreibt.

Ein Hund ist ein Lebewesen und nichts was man einfach verschenkt

Ein Hund ist ein Lebewesen und nichts was man einfach verschenkt

Klar, alles richtig – aaaaaber………..

Das erinnert mich an ein Telefonat vor vielen Jahren mit einer Berlinerin, die mir ihr Erlebnis mit einem gefunden Hund erzählte. Damals hatte ich noch so gut wie keine Erfahrung im Bereich Tierschutz. Wenn ich es noch richtig weiß, war das ca. 2002 oder 2003. Ich möchte zu diesem Thema heute einfach nur mal diese Geschichte wiedergeben, die ich noch im Kopf habe als ob das Telefonat gestern war:

Sie erzählte, dass ihr in Berlin im Hundeauslaufgebiet plötzlich ein Hund hinterherlief. Sie schaute überall ob da nicht wer ist, der eventuell seinen Hund suchte. Es was aber nichts und niemand zu sehen. Da sich ihr kleiner Hund mit dem vermeintlich verlorenen Hund gut verstand, nahm sie ihn erstmal mit nach Hause.

Laß mal schnuppern, wer Du bist....

Laß mal schnuppern, wer Du bist….

Dort rief sie Tierheime, Polizei, Ordnungsämter usw. an und informierte diese um zu hinterlassen wo der Hund sich aufhält falls sich der oder die Besitzer melden. Nichts passierte in den nächsten 3 Monaten. Die Leute vom Tierheim sagten ihr dann, sie solle den Hund entweder ins Tierheim bringen oder versuchen zu vermitteln.

Da ihr das Tier schon ziemlich ans Herz gewachsen war, wollte sie ihm das Tierheim ersparen und sagte zu, sich selbst um die Vermittlung zu kümmern. Behalten konnte sie ihn leider nicht auf Dauer, da eigentlich ihre Wohnung viel zu klein war für den, doch recht stattlichen Rüden.

Sie machte sich also dran Inserate zu schalten um für den vierbeinigen Buben eine neue Familie zu finden. Für sie war es klar, sie wollte kein Geld für ihn, sie wollte „nur“ ein ganz tolles Zuhause für ihn, weil er ein so lieber Kerl war.  Es war schnell zu vermuten, dass dies kein großes Problem sein dürfte, da das Telefon unmittelbar nach Schaltung der Inserate nicht mehr still stand. Selbst mitten in der Nacht bimmelte es.

Nicht so toll waren die Anrufer selbst. Sie sagte mir, da hätte wirklich ALLES angerufen. Vom Kind im Alter von 8 Jahren bis zu Typen, die betrunken ins Telefon gelallt hatten. Sie hatte am 3. Tag den Hörer neben das Telefon gelegt, da sie mit den Nerven runter war und sich das Zeug nicht mehr anhören konnte das ihr erzählt wurde. 3 Interessenten hatte sie eingeladen um den Hund kennenzulernen. 2 dieser Interessenten hatte sie gleich an der Haustüre abgefertigt als sie sah wie diese auf den Hund zugingen. Mit dem dritten Besucher wars dann auch eher nichts, da der Hund dort 10 Stunden am Tag alleine in der Wohnung hätte bleiben müssen.

Die Tierheimleiterin hatte einige Tage später angerufen um zu fragen was die Vermittlungsversuche machen. Als diese hörte was passiert war, lachte sie und meinte, so würde das nie was.

Nach dem Motto: „Was nichts kostet, ist nichts wert….“ Ja, leider ist das heute meistens so. Bei kostenlosen Dingen fackelt man nicht lange, man hat ja nichts zu verlieren. Anders, wenn es was kostet, man macht sich dann eher Gedanken ob man die Anschaffung tätigt oder nicht. Ja, es geht um ein Lebewesen, aber der Mensch bleibt dennoch derselbe. Und „Hunde zu verschenken“ suggeriert einfach etwas kostenloses……

Okay, dann das Ganze nochmal, nur ein wenig anders: das neue Inserat sah eine Schutzgebühr von damals 300 DM vor. Die Frau sagte mir, sie hätte wetten könne, da meldet sich kein Mensch. Die Wette hätte sie fast gewonnen, wenn nicht 2 Familen gewesen wären, die ein paar Tage später anriefen. Beide klangen sehr nett am Telefon und beide kamen um den Hund kennenzulernen.

Jeder Hund hat ein schönes und artgerechtes Leben verdient!

Jeder Hund hat ein schönes und artgerechtes Leben verdient!

Nun sah das Problem ganz anders aus – „wem gebe ich den Hund?“ Beide Familien waren super nett, konnten rundum alles anbieten, was sie sich für den Hund gewünscht hatte. Bei beiden Familien paßte einfach alles. Ergebnis war, dass der gefundene Hund einen Traumplatz fand und ein Hund aus dem Tierheim auch noch eine neue tolle Familie bekam.

ERGO: Nur wem ein Tier nichts bedeutet, verschenkt es einfach mal so – und wem ein Tier etwas bedeutet, der würde auch etwas dafür bezahlen! Also VORSICHT bei „Hunde zu verschenken“ oder „Hunde geschenkt gesucht“!

Hundehaltung – was sollte man bedenken?

Hundehaltung in der heutigen Zeit

Die Zeiten haben sich verändert, nicht nur für uns Menschen sondern auch für unsere Hunde und somit sieht die Hundehaltung heute oft ganz anders aus als früher.

Ein guter Hütehund bei der Arbeit

Ein guter Hütehund bei der Arbeit

Liefen die  Hunde früher in den Dörfern einfach frei umher ist dies heute nicht mehr denkbar bzw. akzeptabel. Die meisten Hunde wurden damals gehalten um ihren Menschen bei den verschiedensten Arbeiten zu helfen. Sie wurden für tägliche Arbeiten benötigt. Die Aufgaben waren vielschichtig woraus in der Geschichte die verschiedensten Rassen entstanden sind. Seien es die Jagdhunde, Hütehunde, Herdenschutzhunde, Wach-und Schutzhunde und viele mehr.

Immer einsatzbereit Aufträge auszuführen und damit gefordert und ausgelastet zu werden.

Immer einsatzbereit Aufträge auszuführen und damit gefordert und ausgelastet zu werden.

In ländlichen Regionen war ein Leben ohne Hundehaltung nicht denkbar. Das eigene Hab und Gut musste bewacht werden, auf die anderen Tiere auf dem Hof musste wer aufpassen. Ging man auf die Jagd, benötigte man den Begleiter mit der guten Nase und den spitzen Ohren. Manche Hunde halfen bei der Ernte und zogen mit einem Geschirr den beladenen Wagen. Andere zogen im Winter im tiefen Schnee einen Schlitten um diverse Dinge zu transportieren.

Jeder Hund, egal welche Rasse wurde zu früheren Zeiten für ganz bestimmte Aufgaben gezüchtet und genau für diese Aufgaben gezielt angeschafft.

Die heutige Hundehaltung sieht ganz anders aus, obgleich wir noch immer ähnliche oder gar identische Hunderassen haben. Maßgeblich verändert hat sich jedoch die Anschaffung der Hunde. Leider werden immer mehr Hunde nicht mehr nach ihren Rassegrundlagen sondern nach der Optik angeschafft, was oftmals schief geht.

Viel zu selten wird an die Grundbedürfnisse der jeweiligen Hunde bei der Anschaffung gedacht. Meist wird die Hundehaltung in der Folge für die Tiere, ebenso für die Halter von Stress begleitet.

Ersthundehalter tun immer gut daran, sich vor der Anschaffung ausführlich zu informieren und gegebenenfalls  von einer kompetenten Person mit viel Erfahrung beraten zu lassen was für eine Art Hund zu Ihnen, Ihrer Familie und zum Umfeld passt. Auf diesem Weg kann für das spätere Zusammenleben die beste Voraussetzung geschaffen werden.

Kinder und Hunde, eine harmonische Beziehung bei richtiger Hundehaltung.

Kinder und Hunde, eine harmonische Beziehung bei richtiger Hundehaltung.

Schließlich sollte immer eine Hundehaltung angestrebt werden, die sich für Hund, Halter und Umfeld harmonisch, stressfrei und rundum angenehm gestaltet.