Vorsicht Tierarzt!

Tierarzt ist gleich Tierarzt – oder doch nicht?

Vielen Hunden haben wir in den letzten Jahren ein neues Heim gegeben, die nicht aus den besten Verhältnissen kamen. Oftmals brachten sie nicht nur Ängste und Verhaltensprobleme mit sondern auch diverse Krankheiten.

Vorsicht Tierarzt – nicht Jeder möchte das Beste für Ihr Tier!

Nun gibt es im Krankheitsfall Ihres Tieres, wie bei vielen Dingen im Leben, zwei Möglichkeiten:

– Sie gehen zu irgendeinem Tierarzt, lassen diesen schalten und walten und Sie hoffen, er macht das Beste für Ihr Tier

oder

– Sie übernehmen selbst Verantwortung für Ihr Tier, Sie möchten wissen was es hat und wie am Besten geholfen werden kann

Gehören Sie zu den Hundehaltern auf die der zweite Punkt zutrifft, werden Sie kaum sehr beliebt sein bei den Tierärzten – ich kann das so genau sagen, da ich ebenfalls zu dieser Kategorie gehöre…. 😉

Selbstverständlich sind die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich. In ländlichen Regionen fungiert der Hund auch heute noch als ein Nutztier. Ein Haus- und Hofhund um den sich kein Mensch groß Sorgen macht, der meist noch von „Bauernhofabfällen“ lebt und recht widerstandsfähig ist – er wird, wenn er krank oder alt ist, abgelöst und gut. Einen Tierarzt sieht er eher selten und wenn, dann um seine Impfspritze zu bekommen oder wenn er mal Flöhe oder eine Verletzung hat.

Ein Tierarzt aus einer solch ländlichen Gegend sagte mal zu mir: „wozu soll ich mir Geräte etc. alles anschaffen? Ich brauch das doch eh nie…..die wenigen Hundebesitzer, die da mehr erwarten, die schicke ich in die Tierklinik.“ Er hatte nicht einmal ein einfachstes Röntgengerät. Blutabnahme zählte auch nicht zu seinem Spektrum. Das generelle Interesse am Beruf könnte hier fast ein wenig angezweifelt werden. Klar, der nächste Konkurrent ist gut 20 km entfernt und die meisten Menschen auf dem Land sind nett und freundlich zu ihren Tieren, aber eine ärztliche Behandlung wird nicht in Erwägung gezogen…….. in der Natur gibt es so was ja auch nicht… 😦

Hunde lieben die Natur – dennoch bekommen sie leider immer mehr Zivilisationskrankheiten. Wir müssen dann den richtigen Tierarzt finden.

Tierarzt – Beruf oder Berufung?

Sicherlich gibt es Tierärzte, die ihren Beruf als Berufung sehen und dementsprechend arbeiten. Für die Mehrzahl derer, die ich bisher kennenlernen durfte und mußte, ist „Tierarzt“  einfach „nur“ ein Beruf wie jeder andere auch. Richtig – nicht jeder Baufirmeninhaber ist ein Architekturfanatiker, nicht jeder Landwirt oder Tierarzt ein ausgesprochener Tierliebhaber!!

Ein BERUF, eine Dienstleistung, ein Geschäft wie viele andere auch – es MUSS sich „RECHNEN“!!!!

Leider muß ich immer wieder feststellen, dass Tierbesitzer dem Tierarzt blind vertrauen. Sie fordern weder eine ordentliche Diagnose, sie akzeptieren, dass irgendwas in das Tier reingespritzt wird ohne dass sie sich sagen lassen was das ist und wofür. Tabletten, die man bekommt werden ebenfalls reingeschoben ohne zu wissen was und warum.

Sie werden jetzt vielleicht sagen: was soll ich denn tun, ich hab’s ja nicht studiert, sondern der Tierarzt und der muss es doch wissen……..nein, muss er nicht wirklich! Warum?

Richtig, der Tierarzt hat es irgendwann studiert, aber es gibt kaum eine Verpflichtung, die besagt, dass sich ein Tierarzt weiterbilden muss, dass er auf dem Laufenden bleiben muss, was die Tiermedizin angeht. Entweder er macht dies aus freien Stücken, oder er bleibt da wo er ist.

Frage: haben wir nicht alle mal irgendwas in der Schule gelernt wovon wir heute, nach vielleicht 15 oder 20 Jahren, keine Ahnung mehr haben?

Dazu bedenkt man das riesige Spektrum: ein Tierarzt ist grundsätzlich Internist, Chirurg, Zahnarzt, Orthopäde, Neurologe und und und ……., und das für Vögel, für Katzen, für Hunde, für Pferde, Kaninchen, Hamster usw. sofern er sich nicht auf ein Spezialgebiet konzentriert. Dazu kommt noch, dass es immer mehr Zivilisationskrankheiten bei unseren Hunden gibt, die früher so nicht existierten. Denken wir nur mal an die unzähligen Arten von Allergien, Krebs, Diabetes etc.

Geht das denn überhaupt? Erwarten wir da nicht ein wenig zu viel?

So mancher Tierhalter erwartet von seinem Tierarzt noch zusätzlich eine Ernährungsberatung, denn er verkauft doch auch Futter seiner Sponsoren…… Wußten Sie, dass das Thema „Ernährung“ rund eine Doppelstunde während des gesamten Tierarztstudiums einnimmt? Das Thema „Ernährung“ bezieht sich dabei nicht auf Hunde, sondern auf Tiere….

Also sollte ein Tierarzt ein absoluter Übermensch sein oder???????? Man nennt so etwas auch „Eierlegende Wollmilchsau“ 🙂

Über diese Punkte sollte jeder Tierbesitzer, unter Bedacht seiner Verantwortung für sein eigenes Tier, nachdenken!!!!

Natürlich gibt es Ausnahmefälle, die es als ihre Berufung sehen, Tieren zu helfen. Tierärzte, die sich laufend weiterbilden und sich ein Bein für jedes einzelne Tier ausreißen – leider sind diese tollen Menschen nicht in der Überzahl.

Als Junghund kam er mit Staupe nach Deutschland – heute ist er fit und gesund. Artgerechte Haltung und Ernährung ersetzt oftmals den Gang zum Tierarzt

Nicht der Tierarzt sondern Sie tragen die Verantwortung!

Ein Tierarzt ist ein Dienstleister nicht mehr und nicht weniger!!!!! Er ist ein guter Dienstleister, den Sie als Hundehalter bezahlen oder er ist ein schlechter Dienstleister, den Sie ebenso bezahlen müssen. Ich habe es für mich immer so gehalten: Wenn ich mit der Leistung nicht zufrieden bin, habe ich für mein Tier die Konsequenzen zu ziehen um mein Tier zu schützen. Ich habe mich darum zu kümmern, dass alles ordentlich läuft und meinem Tier wirklich geholfen wird. Es ist meine Aufgabe als verantwortungsbewusster Tierhalter die Leistung ggf. zu prüfen oder prüfen zu lassen. Ihr Tier ist Ihnen absolut hilflos ausgeliefert!

Gehe ich als Mensch zum Arzt wegen Bauchschmerzen und man hilft mir nicht oder nicht so wie ich mir das vorstelle, dann wehre ich mich doch auch oder nicht? Also ich schon!!!!!  Ich möchte wissen was ich habe und was dagegen getan wird. Sie nicht? Genauso sehe ich das beim Tierarzt!

Da ein Tier nicht  sagen kann was ihm genau fehlt und ob es gut oder schlecht behandelt wird, tragen Sie als Hundehalter die volle Verantwortung. Diese Verantwortung haben Sie übernommen als Sie das Tier/den Hund in Ihren Familienverbund aufgenommen haben, kein Tierarzt, kein Tierheilpraktiker, auch kein Hundetrainer oder sonst wer trägt die Verantwortung, nein, das ist einzig und alleine Sache des Halters!!!!!

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, stehen wir Ihnen und Ihrem Hund  gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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